Folgender Text wird präsentiert von
Moralspättkapitalist*innen
& Kochtopfbandenmitgliedern:
Diplomphilosoph*in Dr. Mrs. M. Oral
Philosophiemagister*in Dr. Dr. Dr. Dr. Kanzel K. Ultur
Diese Texte beziehen sich auf einen vor mehreren Wochen an der Akademie Nürnberg stattgefundenen Gastvortrag eines Philosophen, den wir, aus mangelnder Philosophierlaune, als Gruppe Studierender mit Kochtopflärm, Musik über Vortragslautstärke und Gegenworten störten.
Es startete in der Ankündigung auf dem Mensabildschirm: Felix Hülbl, unser kleiner Philosoph, versteht als gewiefter Kulturversteher nicht, warum Begriffe wie struktureller Rassismus, Feminismus etc immer mehr Verwendung finden, wo wir doch immer weniger rassistisch/sexistisch und überhaupt -istisch werden??? (citation desperately needed!) Dabei werden die gemeinten Worte in „Anführungszeichen“ gesetzt, als wären sie keine gelebten Erfahrungen und deren schmerzvoll realistische Beschreibungen, sondern bloße „Kampfbegriffe“. Und so flach gehts, denn das ist auch schon Höbels halbe „SPIEGEL-Bestseller“-These. Jene Begriffe sind nur erfundene „Plastikwörter“, die bloß Benutzung finden um das eigene „moralische Kapital“ zu erhöhen. Dabei wird eine Personengruppe an irgendwie „Linken“ „erklärt“ (natürlich nie zu genau ausdefiniert, sonst funktioniert die Strohperson nicht), und dann der Vorwurf, Aktivismus und jede bisschen nicht rein sozialdemokratische linke Analyse wäre nur zur Imageverbesserung oder Gruppenzwang, ihnen wird „Narzissmus“ so oft Küchendiagnostiziert, wie es ein Incel mit seiner Ex Partnerin machen tät. Glückwunsch Herr Hoden, ganz große Philosophie.
Wir seufzen bloß und erheben unsere müden Beinchen, der Vorwurf kommt so gerne, wir sind schlapp vom Erklären aber nun halt noch einmal: mein bester Herr Pressack Selbstlöbel, nur weil Diskriminierung keine deiner gelebten Realitäten ist, du kannst uns gerne glauben, linker Diskurs entsteht aus Ärger, Frustration, Empathie, Hoffnung und so so so viel mehr, dass bei deiner Analyse fehlt. Ich diagnostiziere mal zurück, deine Reduzierung komplexer Ideen auf „Narzissmus“ ist deine eigene Ego Kränkung, weil Springer Mindset Jockel wie du schon 1984 sehen, weil eine Soziologiestudentin mit Pronomen in der Bio etwas strenger übers Gendern tweetet. Und wie schon viele große Männer vor dir, ist es so schwer zu ertragen, eigene Mechanismen mal zu hinterfragen, da schreibt Mann lieber 50 Bücher drüber, dass man eigentlich der viel Schlauere und zurückhaltende, Alphatyp ist. Ironischerweise ist das eigentliche „Moralspektakel“ dabei, sich einen Kulturkampf zu imaginieren, bei dem alle Moralapostel sind außer Herbert selbst, der kein Moralapostel ist, sondern coolerer ausgeglichener Philosoph Moralapostel (sonnenbrillensmiley) und dadurch den eigentlichen Kulturkampf anfängt. Roman Widder schrieb über deutsche Ukrainekriegsberichtung im Merkur: „Man stelle sich vor, Christian Drosten hätte sein Virus nur aus dem Internet gekannt, als Meme vielleicht.“* Ich denke Roland Pöbel kennt linke auch wirklich nur von seinem „X“ Account und aus verschwitzen Tagtalbträumen.
Und die müdeste aller Ausführungen war seine und die Betonung anderer, wir sollten seinen Vortrag nicht stören, sondern „konstruktiv Diskutieren“. Das taten wir nicht, weil wir wussten, dass solche Diskussionen reine Jugend Debattiert Demokratiesimulation ist, bei dem die eigenen Grundrechte als Diskussionsobjekt benutzt werden und am Ende geht es nur darum, wer am skrupellosesten das beste Zerrbild der anderen Seite imaginieren konnte, während Mann selbst mit Statistik, Empirie und Logik als leere Hüllbeln um sich schmeißt. Ein paar von uns und ich diskutierten nach der Störung tatsächlich doch noch mit und oh Wunder was, Penis Hobel verweist nach jeder unserer Argumente nur auf sein Literaturverzeichnis. Wir dürfen „natürlich“ diskutieren, aber wenn wir halt nicht seiner Meinung sind, leugnen wir EMPIRIE UND WISSENSCHAFT.
Eine Taktik die schon vor einem guten Jahrzehnt auf College Campussen in den USA von schlauen Philosophkollegen wie Ben Shapiro und Charlie Kirk durchgespielt wurden, die mit ähnlichen Thesen anfingen und in blanken Faschismus endeten. Das Ganze schwappt mit etwas Verzögerung, leicht abgeändert, in das Rechtskonservative deutsche Äquivalent. Sein Tweet ein paar Tage später liest sich wie eine Masterclass im neurechten Kulturkampf-Populismus. So viele Verdrehungen und flache Analysen, eine Richtigstellung würde ewig Ressourcen kosten, bis diese fertig geschrieben ist, wird schon die nächste Sau durchs Dorf getrieben. Peter Möbels Antworten auf scharf formulierte Kritik sind in Bibelverslänge und ähnlich vage und dennoch populistisch gehalten, es liest sich wie menschgemachter AI-Slop (aber die AI ist nur mit NIUS-Schlagzeilen gefüttert). Ein Gegentext kann kaum argumentieren, weil es erstmal nötig wäre Sinn in seinen zusammenhangslosen Synapsenhaufen zu bringen.
Und so bleibt Hülses Gesamtwerk einfach ein Diskurs-Pornoheftchen für Konservative, die sich für die progressive Mitte halten, die sich jetzt endlich im langen Bias bestätigt sehen, dass links sein nur Selbsteinbildung ist. So ist es die logische Folge, dass der Diskurs in der „Mitte“ schon so im neuen Rechtspopulismus eingeübt ist, dass es für sie logischer wirkt, die „woke-Bewegung“ mit Nazis zu vergleichen, als dies mit der wirklich rechten, rechten (!!) Regierungspolitik zu tun. Faschismus ist erst wenn Verfassungsgericht oder 90s Klischee-Glatzen, bis dahin wird nur Realpolitik für das Besorgte Bürgertum betreiben. Das ist schon keine Hufeisentheorie mehr, sondern aus Selbstschutz Scheuklappen für rechts aufsetzen. Die „Freunde“ der Akademie, private Akademiefinanzierer, von denen manche anwesend waren, fuhren den Punkt nach Hause, sie saßen, mit dem von „Frau“ gebügelten Sakkolein im Vortrag und nickten militärisch bejahend bei jeder BILD-Schlagzeile, die Petersilie „Bootlicker“ Bückl für sie formulierte. Als wir „Söders“ „Gendergesetze“ kritisierten, standen ihre Münder weit offen, die Hände betroffen an den Perlenketten, der Genderzwang, den sie verspüren ist der eigentliche Populismus, meinten sie. Naja, beschwört weiter eure „universelle Moral“, mir bleibts aber insgesamt lieber, wenn der Narzisst Menschen aus dem Mittelmeer rettet, als dass noch ein Philosoph in den Vortragssaal wichst und es Wissenschaft nennt. Moralisch glasklar bleibt aber: Stört euren local Arschgeigen Vortrag, es lohnt sich.
*Widder, R. (März 2026). »War mir nicht so bewusst«. Merkur.
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